Meine Katholikentage

Katholikentag in Würzburg

Gerade komme ich vom Katholikentag in Würzburg, an dem ich eineinhalb Tage teilgenommen habe. Wieder war ich begeistert von der Vielfalt und Lebendigkeit unserer Kirche. Trotz allen Problemen, gibt es immer noch sehr viele Menschen, die sich mit dieser Kirche identifizieren, wenn auch manches kritisch gesehen wird. Beeindruckend war für mich vor allem auch der Gottesdienst des Kolpingwerkes, wo, wie auch schon in Erfurt, die größte Würzburger Kirche wieder vollkommen überfüllt war und der Gottesdienst ins Freie übertragen werden musste.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich daran, was für eine wichtige Bedeutung die Katholikentage für meine Lebensgeschichte und meine Glaubensgeschichte hatten. Darüber möchte ich ein wenig erzählen.

Katholikentage im Lauf der Jahre

Den ersten für mich bedeutenden Katholikentag habe ich nicht selbst erlebt.

Er war 1851 in Mainz. Damals traf und erlebte der Freiburger Professor Alban Stolz Adolf Kolping, und er war so von ihm begeistert, dass er sich daraufhin, entschied in Freiburg, einen Gesellenverein zu gründen. Es war der erste Gesellenverein in unserem Bistum und hat damit die Geschichte Kolpings im Bistum Freiburg begonnen. Ich freue mich, dass der Bühler Alban Stolz in dieser Hinsicht, dann mein Vorgänger als Präses der Kolpingsfamilie Freiburg Zentral geworden ist. Der nächste Katholikentag, der für mich wichtig war, hab ich selbst erlebt. 

1978 fand unter dem Motto „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben“ der Katholikentag in Freiburg statt. Ich war gerade in der 13. Klasse und auf dem Weg zum Abitur. Den Katholikentag konnte  ich sehr intensiv erleben. In Landwasser gab es damals 250 Ministranten. Das waren die Hälfte aller Ministranten in der Stadt Freiburg. So waren wir auch in einer großen Zahl bei den Gottesdienst im Katholikentag vertreten. Außerdem habe ich bei Jungkolping auch Ordnerdienst gemacht. Es gab viele interessante Begegnungen. Entscheidend für mich war aber die Begegnung mit Mutter Theresa im Freiburger Gefängnis, von der ich ja berichtet habe. Beim Freiburger Katholikentag festigte sich auf jeden Fall mein Wunsch, ein Jahr später mit dem  Theologiestudium zu beginnen.

Zwei Jahre später war der Katholikentag 1980 in Berlin und die Freiburger Kolpingjugend wurde gebeten, wieder den Ordnerdienst zu übernehmen, weil wir damit ja Erfahrung hatten. So war ich in Berliner als Ordner dabei und konnte auch wieder sehr intensive und gute Erfahrungen machen. Vor allem war ich auch zum ersten Mal ohne Eltern in so einer großen Stadt. 

1982 war der Katholikentag in Düsseldorf. Wir waren da mit einer Gruppe junger Erwachsener aus Sankt Canisius, unter anderem war auch mein Bruder dabei. Der Katholikentag war interessant, aber auch sehr anstrengend, weil wir auch ständig herausgefordert wurden, das Düsseldorfer Altbier zu genießen. Die Nachtruhe begann dann  in der Regel erst gegen 3:00 Uhr auf unserer Luftmatratzen in der Turnhalle und wir wurden um 6:00 Uhr durch eine schreckliche Trillerpfeife vom dortigen Hausmeister unsanft aus dem kurzen Schlaf gerissen. Der Katholikentag bleibt in guter Erinnerung wegen der guten Stimmung und auch weil alles im großen Messezentrum so nah beieinander gelegen hat. 

1984 war der Katholikentag in München und ich war gerade dabei, mich auf die Abschlussprüfung meines Studiums vorzubereiten und mein Bruder arbeite an seiner Meisterprüfung. Deswegen war klar: Diesmal findet der Katholikentag ohne uns statt. Am Mittwochabend wurde dann die Eröffnungsveranstaltung im Fernsehen übertragen. Direkt im Anschluss daran hab ich mit meinem Bruder telefoniert. „Hast du’s auch gesehen?“  „Ja, wann fahren wir?“ Wir haben noch zwei andere Ministranten dazu genommen und zwei Kolping Banner eingepackt und am nächsten Morgen fuhren wir nach München. Auch dieser Katholikentag war toll. Besonders beeindruckend war aber, als mein Bruder und ich, zusammen mit einer großen Prozession, beim Hauptgottesdienst mit dem Kolpingbannern unter dem Applaus von 80.000 Mitfeiernden ins Olympiastadion eingezogen sind. 

Richtig toll war dann der zweite Berliner Katholikentag 1990. Er wurde kurzfristig  nach Berlin verlegt, weil gerade die Mauer gefallen war. Es war ein großes Erlebnis in Berlin dabei zu sein. Es gab immer noch die DDR, aber die Grenzen waren offen man konnte zum ersten Mal durchs Brandenburger Tor gehen. Man spürte Aufbruch, der die ganze Stadt füllte. In der Hedwigskathedrale konnten wieder Gottesdienste gefeiert werden, und am Abschlussgottesdienst im Olympiastadion wurde verkündet, dass der nächste Katholikentag in Karlsruhe stattfinden würde. 

1992 war dann also mit Karlsruhe wieder unsere Bistum dran. Ich war inzwischen der Diözesankurat der Pfadfinder und damit auch ein stückweit im Vorbereitungsteam für den Katholikentag, was ebenfalls eine interessante Erfahrung war. Mit dem Bundeskurat aus Düsseldorf feierte ich einen Gottesdienst für die Pfadfinder im Wildparkstadion. Es gab eine Dialogpredigt über den heiligen Georg. 

Ähnlich war meine Erfahrung dann 2012, als der Katholikentag wieder in unserem Bistum war, diesmal in Mannheim. Jetzt war ich Diözesanpräses von Kolping. Mit dem Generalpräses Ottmar Dillenburg habe ich den Gottesdienst vorbereitet. Diesmal ging mit Dialogpredigt eben über Adolf Kolping. 

Andere Katholikentage habe ich einfach besucht, zum Teil mit der Pfarrgemeinde. Ulm, Aachen, Saarbrücken, zuletzt Stuttgart und Erfurt. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass die Katholikentage für mich sehr wichtige Erfahrungen waren. Einmal konnte ich ein Stück lebendige Kirche erleben zum andern mich in unterschiedlicher Weise selbst einbringen. Ich konnte hinter die Kulissen von Organisation schauen, und ich hatte auch Gelegenheit die verschiedenen Bistümer unseres Landes kennen zu lernen.Der Katholikentag jetzt in Würzburg hat. Das Thema: Habt Mut. Steht auf. Vielleicht ist das ein Aufruf der genauen unserer Zeit passt. Schauen wir, was daraus wird.

Ich habe noch eine kleine Bitte. Ich sitze hier und schreibe und habe keine Ahnung, ob das jemals jemand lesen wird. Vielleicht könnt ihr mir im Kontaktformular (oder auch einfach über WhatsApp) einfach eine ganz kurze Rückmeldung geben, ob ihr es gelesen habt. Und wenn ihr wollt, natürlich auch noch einen Kommentar dazu.